Damit aus unterschiedlichen Meinungen ein gutes Gespräch werden kann, braucht es keinen komplizierten Regelkatalog.
Aber ein paar gemeinsame Spielregeln helfen.
So wollen wir miteinander umgehen
1. Wir duzen uns.
Das schafft Nähe und eine persönliche Atmosphäre.
2. Jede Stimme zählt.
Unterschiedliche Perspektiven sind ausdrücklich willkommen.
3. Wir hören zu und nehmen einander ernst.
Leidenschaft gehört zum Streit. Persönliche Angriffe nicht. Wir unterbrechen einander nicht und führen keine Nebengespräche.
4. Fakten vor Behauptungen.
Gefühle, Erfahrungen und persönliche Erlebnisse haben trotzdem ihren Platz.
5. Keine Parteipropaganda, keine Manipulation, kein Selbstmarketing.
Der PalaverPlatz ist kein Wahlkampfstand und keine Bühne für politische oder persönliche Selbstdarstellung.
6. Kurz und klar.
Lieber ein Gedanke als ein Vortrag. Bei moderierten Palavern möglichst 1–2 Minuten pro Beitrag.
7. Erst verstehen, dann widersprechen.
Versuche, die Position deines Gegenübers so wiederzugeben, dass sie oder er sagen kann:
„Ja. Genau das meine ich.“
Erst dann kommt dein Widerspruch.
8. An Gedanken anknüpfen.
Nicht jeder Beitrag muss mit „Ja, aber …“ beginnen. Wenn ein Punkt bereits gesagt wurde, muss er nicht noch einmal wiederholt werden.
9. Wir dürfen uns uneinig bleiben.
Ziel ist nicht Einigkeit um jeden Preis, sondern besseres Verständnis und ein fairer demokratischer Streit.
Zuhören ist nicht Zustimmung.
Verstehen ist nicht Einverständnis.
Widerspruch ist nicht Respektlosigkeit.
Weiterführende Links
→ Verstehen heißt nicht zustimmen
Warum Verstehen die eigene Position nicht schwächer machen muss.
→ So funktioniert Palaver
Wie aus den Regeln ein konkretes Gespräch wird.
Zu Regel 7.: Dieser Gedanke ist nicht neu: Schon historische Formen des „gütlichen Vergleichs“ stellten das genaue Vernehmen der gegnerischen Klage an den Anfang eines Konfliktlösungsprozesses.
→ Historische Inspiration: Amica Compositio